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Siloschlauchpresse: Kosten & Ablauf beim Lohnunternehmer 2026

Was kostet die Schlauchsilierung beim Lohnunternehmer? Preise pro Meter und pro Tonne, Schlauchdurchmesser, Durchsatz, Vorteile gegenüber dem Fahrsilo und der genaue Ablauf 2026.

Von Sascha Ardeleanu ·
Traktor in der Maschinenhalle

Schnellantwort

Die Schlauchsilierung beim Lohnunternehmer wird meist je laufendem Meter Schlauch oder je Tonne Siliergut abgerechnet. In der Praxis liegen die Meterpreise grob zwischen 14 und 22 Euro, oft inklusive Folie. Genaue Preise hängen von Durchmesser, Menge und Region ab und gelten erst nach Angebot verbindlich.


Was ist eine Siloschlauchpresse und wie funktioniert sie?

Eine Siloschlauchpresse verdichtet Silage in einen langen Folienschlauch aus Polyethylen. Das Häckselgut wird mit Rückwärtskipper, Silierwagen oder Radlader in die Annahmewanne der Presse gekippt. Ein Pressrotor drückt das Futter dann gleichmäßig in den Schlauch. Dabei zieht sich die Maschine langsam nach vorne, und hinter ihr bleibt ein praller, luftdicht gefüllter Schlauch liegen.

Der Vorteil steckt im sofortigen Luftabschluss. Sobald das Gut im Schlauch ist, kommt kein Sauerstoff mehr heran. Das senkt die Gärverluste und das Risiko der Nacherwärmung. Laut BAG Budissa lässt sich Futter im Folienschlauch in Mitteleuropa mindestens 18 Monate sicher lagern.

Das Verfahren eignet sich für fast jedes Siliergut: Maissilage, Grassilage, CCM, Pressschnitzel, Biertreber, Getreide und Körnerleguminosen. Wichtig ist ein sauberer Häckselschnitt und eine passende Trockenmasse, damit die Presse das Gut gut verdichten kann. Wie die Häckselkette davor abläuft, steht im Beitrag zum Maissilage Häckseln und Silieren.


Welche Schlauchdurchmesser und welcher Durchsatz sind üblich?

Die Schläuche gibt es in vielen Größen. Der Durchmesser reicht von rund 1,50 Meter bis 4,20 Meter, die Länge von 30 bis 150 Meter. In einen großen Schlauch passen so bis zu 1.500 Tonnen Siliergut.

Wie viel je Meter hineinpasst, hängt am Durchmesser:

  • 1,90-Meter-Schlauch: rund 2,5 Tonnen je laufendem Meter.
  • 3,00-Meter-Schlauch: rund 5 Tonnen je laufendem Meter.

Ein 100-Meter-Schlauch mit drei Meter Durchmesser fasst also grob 500 Tonnen. Diese Werte nennt das BISZ Südzucker für die Praxis.

Beim Durchsatz hängt viel an der Maschinengröße. Laut LU-Web schaffen kleine Pressen im Gras rund 20 Tonnen je Stunde, mittlere Maschinen liegen bei 120 bis 150 Tonnen je Stunde. Die größten Anlagen mit eigenem Antrieb von über 200 PS schaffen im Mais bis zu 240 Tonnen je Stunde, bei Durchmessern bis 3,6 Meter. Für einen Lohnunternehmer heißt das: Eine kräftige Maschine füllt einen vollen Schlauch in wenigen Stunden.


Was kostet die Schlauchsilierung beim Lohnunternehmer?

Hier kommt die Frage, die jeder Landwirt zuerst stellt. Die Antwort hängt vom Abrechnungsmodell ab. Zwei Wege sind üblich:

  • Je laufendem Meter Schlauch. Das ist die häufigste Form. Der Preis enthält oft die Folie. In der Praxis liegen die Meterpreise grob zwischen 14 und 22 Euro. Ein Forenwert aus der Vergangenheit nennt rund 1.500 Euro für 80 Meter Schlauch mit 2,5 Meter Durchmesser, also knapp 19 Euro je Meter. Diese Zahl ist mehrere Jahre alt und dürfte heute höher liegen.
  • Je Tonne Siliergut. Manche Lohnunternehmer rechnen nach Tonne ab, vor allem bei großen Mengen. Das ist für den Landwirt gut vergleichbar, weil er den Preis direkt aufs Futter umlegen kann.

Wichtig: Die genannten Spannen sind grobe Richtwerte aus der Praxis, keine festen Listenpreise. Der Preis schwankt mit Schlauchdurchmesser, Gesamtmenge, Anfahrtsweg und Region. Wer mehrere hundert Tonnen am Stück fahren lässt, bekommt einen besseren Metersatz als ein kleiner Auftrag mit halbem Schlauch.

Drei Punkte gehören vor jedem Auftrag geklärt:

  1. Ist die Folie im Preis? Die Folie ist ein dicker Posten. Klären Sie, ob sie enthalten ist oder extra berechnet wird.
  2. Wer entsorgt die Folie? Nach dem Ausfüttern bleibt viel Plastik übrig. Die Entsorgung kostet Geld und sollte vorher geregelt sein.
  3. Anfahrt und Mindestmenge? Bei kleinen Mengen schlägt die Anfahrt stark zu Buche.

Für den Lohnunternehmer ist die saubere Kalkulation entscheidend. Die Presse kostet in der Anschaffung rund 200.000 Euro, wie das Lohnunternehmen Dehler aus der Praxis berichtet. Diese Summe muss über die Saison hereinkommen. Wie man Fixkosten und Stundensatz sauber rechnet, zeigt der Stundensatz-Rechner für Lohnunternehmer und der Vergleich von Hektarsatz und Stundensatz.


Welche Vorteile hat der Schlauchsilo gegenüber dem Fahrsilo?

Der Schlauch punktet vor allem mit Flexibilität und guter Verdichtung. Die wichtigsten Vorteile:

  • Kein Bauwerk nötig. Ein Fahrsilo aus Beton kostet viel Geld und ist fest gebunden an einen Standort. Der Schlauch liegt da, wo Platz ist.
  • Ortsunabhängig. Der Schlauch lässt sich auf jeder befestigten Fläche ablegen, auch direkt am Stall oder am Feldrand.
  • Sehr gute Verdichtung. Die Presse drückt das Gut gleichmäßig zusammen. Der sofortige Luftabschluss senkt die Trockenmasseverluste.
  • Getrennte Partien. Verschiedene Qualitäten oder Schnitte lassen sich in eigene Schläuche füllen. So bleibt jede Partie für sich, ohne dass im Fahrsilo alles vermischt wird.
  • Wenig Nacherwärmung. Die kleine Anschnittfläche macht den Schlauch weniger anfällig für Nacherwärmung, wie das BISZ Südzucker betont.

Das Fahrsilo hat seine Stärke bei sehr großen, konstanten Mengen am festen Standort. Wer Jahr für Jahr dieselbe Menge am selben Ort einlagert, fährt damit oft günstig. Sobald aber die Mengen schwanken, mehrere Qualitäten getrennt bleiben sollen oder schlicht kein Lagerraum da ist, ist der Schlauch meist die bessere Wahl.


Welche Nachteile und Risiken hat die Schlauchsilierung?

Ehrlich bleiben gehört dazu: Der Schlauch hat auch Schwächen. Die wichtigsten:

  • Folienkosten und Entsorgung. Jeder Schlauch ist Einweg-Plastik. Die Folie kostet beim Kauf und die Entsorgung kostet noch einmal. Das ist der größte laufende Posten gegenüber dem Fahrsilo.
  • Empfindliche Hülle. Ein Loch im Schlauch ist gefährlich. Vögel, Nager, Wild oder ein Stein können die Folie aufreißen. Laut BISZ führen Schäden „innerhalb kurzer Zeit zu Fehlgärungen und Fäulnisprozessen in erheblichem Umfang”. Deshalb ist eine wöchentliche Kontrolle Pflicht.
  • Untergrund und Platz. Der Schlauch braucht einen festen, sauberen und möglichst befahrbaren Untergrund. Auf weichem oder steinigem Boden geht es schlecht.
  • Entnahme braucht Disziplin. Im Winter sollte der tägliche Vorschub bei mindestens 0,2 Meter liegen, damit nichts nacherwärmt. Beim Öffnen muss genug Folie für eine saubere Entnahme liegen bleiben.

Diese Punkte sind kein Grund gegen den Schlauch. Sie zeigen nur, dass die Methode Sorgfalt verlangt. Wer den Schlauch regelmäßig kontrolliert und sauber ausfüttert, hat sehr gutes Futter bei niedrigen Verlusten.


Wie läuft ein Schlauchsilo-Einsatz beim Lohnunternehmer ab?

Der Ablauf ist in der Praxis gut eingespielt. Damit der Tag rund läuft, lohnt sich die Vorbereitung beim Landwirt:

  1. Untergrund vorbereiten. Eine ebene, befestigte und saubere Fläche bereitstellen. Steine, Stoppeln oder scharfe Kanten entfernen.
  2. Anlieferung takten. Genug Transportkapazität bereithalten, damit die Presse nicht steht. Eine große Maschine schluckt über 100 Tonnen je Stunde, da darf kein Loch im Nachschub entstehen.
  3. Pressen. Der Lohnunternehmer richtet Presse und Schlauch ein und füllt das Gut ein. Die Maschine zieht sich von selbst nach vorne.
  4. Abschließen. Das Schlauchende wird verschlossen. Manche sichern den Schlauch zusätzlich mit Sandsäcken gegen Wind.
  5. Kontrollieren. Ab jetzt kontrolliert der Landwirt den Schlauch wöchentlich auf Löcher und bessert Schäden sofort mit Reparaturband aus.

Für die saubere Abrechnung gilt das Gleiche wie bei jeder Lohnarbeit: Menge, Schlauchlänge und Folie schriftlich festhalten. So gibt es hinterher keinen Streit. Ein klarer Lieferschein und eine eindeutige Auftragsbestätigung gehören dazu, ähnlich wie beim Häckseln und Silieren von Mais.


Kurz zusammengefasst

  • Die Siloschlauchpresse verdichtet Silage in einen Folienschlauch mit sofortigem Luftabschluss.
  • Schlauchdurchmesser reichen von 1,50 bis 4,20 Meter, Längen von 30 bis 150 Meter.
  • Ein 1,90-Meter-Schlauch fasst rund 2,5 Tonnen je Meter, ein 3-Meter-Schlauch rund 5 Tonnen.
  • Abgerechnet wird meist je laufendem Meter oder je Tonne, grob 14 bis 22 Euro je Meter.
  • Vorteile: kein Bauwerk, flexibel, sehr gute Verdichtung, getrennte Partien, wenig Nacherwärmung.
  • Nachteile: Folienkosten und Entsorgung, empfindliche Hülle, fester Untergrund nötig.
  • Vor dem Auftrag klären: Folie im Preis, Entsorgung, Mindestmenge und Anfahrt.

Hinweis: Die genannten Preise sind grobe Praxis-Richtwerte und keine festen Listenpreise. Verbindlich ist immer das Angebot des jeweiligen Lohnunternehmers. Maschinen, Durchsätze und Folienkosten unterscheiden sich je Anbieter und Region.


Schlauchsilierung sauber kalkulieren

Ob sich der Schlauch für Ihren Betrieb rechnet, hängt an Menge, Lagerort und Folienkosten. Wer als Lohnunternehmer den eigenen Preis sauber rechnen will, findet die Grundlagen im Vergleich von Hektarsatz und Stundensatz und im Stundensatz-Rechner für Lohnunternehmer.

Und wer als einer der ersten Zugang zur Hofwerk-Plattform für Lohnunternehmer bekommen möchte: auf die Warteliste.

Häufige Fragen

Was kostet die Schlauchsilierung beim Lohnunternehmer?
Die Abrechnung läuft meist über den laufenden Meter Schlauch oder über die Tonne Siliergut. In der Praxis liegen die Preise grob zwischen 14 und 22 Euro je laufendem Meter, je nach Schlauchdurchmesser, Region und Menge. Die Folie ist dabei oft schon enthalten, das aber unbedingt vorher klären.
Wie viel Silage passt in einen Siloschlauch?
Das hängt vom Durchmesser ab. Ein Schlauch mit 1,90 Meter fasst rund 2,5 Tonnen je Meter, ein 3-Meter-Schlauch rund 5 Tonnen je Meter. Bei 100 Meter Länge sind das also etwa 250 bis 500 Tonnen Siliergut in einem einzigen Schlauch.
Was ist besser, Schlauchsilo oder Fahrsilo?
Der Schlauch ist flexibel, braucht kein teures Bauwerk und verdichtet sehr gut. Das Fahrsilo lohnt sich bei sehr großen, konstanten Mengen am festen Standort. Für getrennte Partien, wechselnde Mengen oder fehlenden Lagerraum ist der Schlauch meist die günstigere Wahl.
Welches Siliergut eignet sich für den Folienschlauch?
Fast alles: Maissilage, Grassilage, CCM, Pressschnitzel, Biertreber, Getreide und Körnerleguminosen. Wichtig ist ein gleichmäßiger, häckselfähiger Schnitt und eine passende Trockenmasse, damit die Presse sauber verdichtet.
Wie lange hält Silage im Schlauch?
Bei unbeschädigter Folie ist die Lagerung in Mitteleuropa mindestens 18 Monate sicher. Voraussetzung ist eine wöchentliche Kontrolle des Schlauchs, denn Löcher durch Vögel, Nager oder Wild führen schnell zu Fehlgärung und Fäulnis.

Quellen

  1. BAG Budissa Agroservice — Konservierung im Folienschlauch
  2. LU-Web — Schlauchsilierung: Was bieten die Hersteller?
  3. BISZ Südzucker — Silierung im Folienschlauch (Pressschnitzel)
  4. Lohnunternehmen Dehler — Schlauchsilage, der neue Trend

Eigene Beobachtung: Siloschlauchpresse: Schlauchdurchmesser 1,50 bis 4,20 m, Längen 30 bis 150 m, Lagermasse je Meter rund 2,5 t (1,90-m-Schlauch) bis 5 t (3-m-Schlauch). Anschaffung der Presse rund 200.000 Euro. Lohnpreis in der Praxis meist 14 bis 22 Euro je laufendem Meter Schlauch.

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Hinweis: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Quellen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Werte und Faustzahlen sind branchenüblich aggregiert (KTBL · ÖKL · Maschinenring · Landwirtschaftskammer). Vor Abrechnungs-Verhandlungen oder PSM-Doku-Praxis empfehlen wir eine Prüfung durch deinen Steuerberater oder Verbands-Juristen. Stand der hier zitierten Quellen: 26. Juni 2026.