Schnellantwort
Eine landwirtschaftliche Wiese mähen lassen kostet 2026 meist 18 bis 35 Euro je Hektar für den reinen Schnitt mit Scheibenmähwerk. Mit Aufbereiter kommen rund 2 bis 5 Euro je Hektar dazu. Schwaden, Zetten und Pressen werden getrennt berechnet. Kleine, steile oder weit entfernte Schläge liegen darüber.
Geht es hier um Hausrasen oder um Grünland?
Wichtig vorweg: Dieser Beitrag behandelt landwirtschaftliches Grünland — also Wiesen und Weiden zur Futter- und Heugewinnung. Es geht nicht um den Hausrasen oder den Ziergarten. Wer seinen Garten gemäht haben will, fragt einen Gärtner und zahlt nach Quadratmeter oder Stunde.
Beim Grünland zählt etwas anderes. Hier soll Futter vom Feld: Heu, Anwelksilage oder Grascobs. Gemäht wird mit schwerer Schleppertechnik, einem Scheibenmähwerk von zwei bis über neun Metern Arbeitsbreite, oft mit Aufbereiter. Der Schnitt muss zur richtigen Reife sitzen, die Schnitthöhe stimmen und der Schwad sauber liegen. Davon hängt ab, wie viel Energie und Eiweiß im Futter landen.
Deshalb sind die Preise völlig andere als beim Rasen. Und deshalb rechnen Lohnunternehmer pro Hektar oder pro Stunde, nicht pro Quadratmeter.
Was kostet Grünland mähen lassen pro Hektar 2026?
Der reine Schnitt mit dem Scheibenmähwerk ist der günstigste Arbeitsgang in der Kette. In der Praxis bewegen sich die Hektarpreise 2026 zwischen 18 und 35 Euro je Hektar. Forenpreise von Landwirten nennen für das reine Mähen oft Werte um 18 bis 30 Euro je Hektar.
Die große Spanne hat Gründe. Ein ebener Zwanzig-Hektar-Schlag am Stück läuft günstig, weil die Maschine zügig durchzieht. Eine kleine, steile Hangwiese mit vielen Wendungen kostet das Doppelte, weil die Flächenleistung einbricht.
Abgerechnet wird in der Praxis auf zwei Wegen. Entweder über einen festen Hektarsatz oder über einen Stundensatz. Beim Stundensatz nennen Lohnunternehmer für ein Fünf-Meter-Mähwerk mit Aufbereiter, Schlepper und Fahrer Werte um 90 bis 120 Euro je Stunde. Welcher Weg sich lohnt, hängt von Schlaggröße und Form ab. Mehr dazu im Vergleich von Hektarsatz und Stundensatz.
Als grobe Faustzahl je Arbeitsgang dient die folgende Tabelle. Es sind Hofwerk-Richtwerte für 2026, abgeleitet aus ÖKL-Sätzen, Maschinenring-Heften und Praxiswerten aus Foren. Keine Festpreise — vor Ort entscheidet die Fläche.
| Arbeitsgang | Technik | Richtwert 2026 |
|---|---|---|
| Mähen | Scheibenmähwerk, ohne Aufbereiter | 18–30 €/ha |
| Mähen | Scheibenmähwerk, mit Aufbereiter | 22–40 €/ha |
| Zetten / Wenden | Kreiselheuer | 12–22 €/ha |
| Schwaden | Kreiselschwader | 10–20 €/ha |
| Pressen | Rundballenpresse | ab 5 €/Ballen |
| Wickeln | Wickelgerät, 6 Lagen | 7–9 €/Ballen |
| Pressen + Wickeln | Kombination | 13–18 €/Ballen |
Wie viel kostet der Aufbereiter zusätzlich?
Der Aufbereiter knickt und quetscht die Halme direkt hinter dem Mähwerk. Das bricht die Wachsschicht auf und beschleunigt das Trocknen. Oft spart man dadurch einen Wendegang. Bei dichtem, jungem Aufwuchs lohnt sich das fast immer.
Den Aufpreis halten viele Lohnunternehmer klein. In Foren nennen Landwirte für den Aufbereiter nur rund 2 Euro je Hektar zusätzlich zum Mähen. Realistisch sind 2 bis 5 Euro je Hektar, je nachdem wie der Betrieb seine Maschine kalkuliert.
Beim Stundensatz fällt der Aufbereiter kaum auf, weil er meist fest am Mähwerk hängt. Die Fünf-Meter-Kombi mit Aufbereiter wird dann als ein Satz von 90 bis 120 Euro je Stunde abgerechnet.
Ob sich der Aufbereiter rechnet, hängt vom Wetter und vom Ziel ab. Soll das Gras schnell zu Heu trocknen, ist er fast immer sinnvoll, weil er die Bröselverluste durch weniger Wendegänge senkt. Bei Anwelksilage mit kurzer Feldliegezeit fällt der Vorteil kleiner aus. Wer unsicher ist, fragt den Lohnunternehmer nach seiner Erfahrung mit dem eigenen Futterbestand — der weiß meist genau, wann sich der kleine Aufpreis lohnt.
Ein Punkt zur Futterqualität: Insektenfreundlich wird oft mit Doppelmesser-Mähwerk ohne Aufbereiter gemäht. Wer Förderauflagen erfüllen muss, sollte das mit dem Lohnunternehmer vorher klären — die Technik unterscheidet sich.
Was sagen ÖKL und Maschinenring zu den Sätzen?
Belastbare Richtwerte liefern zwei Stellen. In Österreich das ÖKL (Österreichisches Kuratorium für Landtechnik), in Deutschland die regionalen Maschinenringe.
Die ÖKL-Richtwerte 2026 sind die anerkannte Berechnungsgrundlage für die Nachbarschaftshilfe und decken über 1.700 Maschinen ab. Sie weisen die Selbstkosten je Maschine getrennt aus. Für ein Scheibenmähwerk mit 2,5 Meter Arbeitsbreite liegt der Maschinen-Zuschlag 2026 bei rund 45 bis 55 Euro je Stunde — das ist nur das Mähwerk, der Schlepper kommt obendrauf. Kreiselheuer und Kreiselschwader liegen ähnlich, etwa 30 bis 35 Euro je Stunde nur für das Gerät. Die kompletten Sätze stehen frei online bei den ÖKL-Richtwerten 2026.
Wichtig: ÖKL-Werte sind Selbstkosten für die Nachbarschaftshilfe, kein Marktpreis mit Gewinn. Ein gewerblicher Lohnunternehmer liegt darüber, weil Unternehmerlohn, Wagnis und Verwaltung dazukommen.
In Deutschland geben die Maschinenringe regionale Verrechnungssätze heraus, meist als jährliches Heft. Diese Sätze nennen Komplettpreise je Hektar oder je Stunde inklusive Schlepper, Mann, Diesel und Gerät. Sie sind je Region verschieden und ein guter Anker für die eigene Kalkulation. Wie diese Hefte aufgebaut sind, steht im Beitrag zu den Maschinenring-Verrechnungssätzen 2026.
Welche Faktoren treiben den Preis?
Der Hektarpreis ist kein fester Wert. Fünf Faktoren bestimmen, wo in der Spanne ein Auftrag landet:
- Schlaggröße und Form. Ein großer, rechteckiger Schlag bringt hohe Flächenleistung. Kleine, verwinkelte Flächen kosten mehr, weil viel gewendet und rangiert wird.
- Hangneigung. Steile Lagen verlangen langsame Fahrt, manchmal Spezialtechnik. Der Preis steigt deutlich, das Risiko auch.
- Aufwuchs. Dichtes, langes Gras oder lagerndes Futter bremst die Maschine. Dünner Aufwuchs läuft schneller.
- Aufbereiter ja oder nein. Der Aufbereiter kostet etwas mehr, spart aber oft einen Arbeitsgang beim Trocknen.
- Anfahrt. Liegt die Wiese weit weg, schlägt die Überstellung zu Buche — als Pauschale oder über die Stundenuhr.
Wer als Auftraggeber einen fairen Preis will, nennt diese Punkte am Telefon. Wer als Lohnunternehmer sauber kalkuliert, fragt sie ab, bevor er einen Hektarsatz nennt. Sonst zahlt am Ende einer drauf.
Bei kleinen oder steilen Flächen lohnt der Stundensatz fast immer mehr als der Hektarsatz. Sackt die Flächenleistung auf einer Hangwiese von zwei Hektar je Stunde auf einen halben, frisst ein fester Hektarsatz den Gewinn. Über die Uhr trägt dagegen der Auftraggeber das Risiko der schlechten Fläche. Große, ebene Schläge laufen umgekehrt günstig über den Hektarsatz, weil die Maschine ihre volle Breite ausnutzt. Diese Wahl entscheidet oft mehr über das Ergebnis als der reine Preis je Hektar.
Wie kalkuliert der Lohnunternehmer seinen Mäh-Preis?
Hinter jedem Hektarsatz steht eine Maschinenkosten-Rechnung. Mähwerk und Aufbereiter haben hohe Fixkosten: Anschaffung, Abschreibung, Reparatur, Versicherung. Diese Kosten müssen sich auf die Einsatzstunden im Jahr verteilen. Wer wenig mäht, hat hohe Kosten je Hektar — wer viel mäht, kann günstiger anbieten.
Dazu kommen die laufenden Kosten: Diesel, Fahrerlohn, Schmierstoffe. Und der Unternehmerlohn, also der Gewinn, von dem der Betrieb lebt. Erst aus all dem ergibt sich ein tragfähiger Preis. Wer nur den Maschinenring-Satz abschreibt, ohne die eigenen Kosten zu kennen, fährt schnell ins Minus.
Die saubere Berechnung der eigenen Maschinenkosten zeigt der Beitrag zu den Maschinenkosten nach KTBL. Und den fertigen Stundensatz für Schlepper plus Anbaugerät rechnet der Stundensatz-Kalkulator für Lohnunternehmer durch.
Ein letzter Hinweis zur Folgekette: Mähen ist nur der erste Schritt. Wenden, Schwaden und Pressen kommen dazu. Wer Rundballen pressen lässt, findet die Stückpreise im Detail im Beitrag zum Rollballen-Stückpreis fürs Pressen.
Bei der Folgekette zeigt sich, warum der reine Mäh-Preis nur ein kleiner Teil der Rechnung ist. Eine Anwelksilage in Rundballen durchläuft mähen, zetten, schwaden, pressen und wickeln. Pressen allein startet bei rund 5 Euro je Ballen, Wickeln mit sechs Lagen Folie liegt bei 7 bis 9 Euro. Als Press-Wickel-Kombination in einem Durchgang nennen Lohnbetriebe 13 bis 18 Euro je Siloballen samt Folie. Rechnet man alle Gänge zusammen, kostet ein Hektar Silage schnell ein Vielfaches des Mäh-Hektarpreises. Wer die Kosten im Griff haben will, lässt sich die Kette vorab Posten für Posten aufschlüsseln statt nur nach dem Mäh-Preis zu fragen.
Kurz zusammengefasst
- Es geht um landwirtschaftliches Grünland zur Futterernte, nicht um Hausrasen.
- Reines Mähen kostet 2026 meist 18 bis 35 Euro je Hektar.
- Der Aufbereiter kommt mit rund 2 bis 5 Euro je Hektar obendrauf.
- Zetten, Schwaden und Pressen werden getrennt abgerechnet.
- Rundballen pressen ab 5 Euro je Ballen, Press-Wickel-Kombi 13 bis 18 Euro je Ballen.
- Preistreiber sind Schlaggröße, Hangneigung, Aufwuchs, Aufbereiter und Anfahrt.
- ÖKL-Werte sind Selbstkosten, kein Marktpreis — der Gewerbebetrieb liegt darüber.
Hinweis: Die genannten Spannen sind Richtwerte für 2026, abgeleitet aus ÖKL, Maschinenring-Heften und Praxiswerten. Der konkrete Preis hängt von Region, Fläche und Betrieb ab. Immer ein verbindliches Angebot einholen.
Den eigenen Mäh-Preis sauber kalkulieren
Wer als Lohnunternehmer Grünland mäht, sollte den Hektarsatz nicht vom Nachbarn abschreiben, sondern aus den eigenen Maschinenkosten ableiten. Die Grundlagen stehen im Vergleich von Hektarsatz und Stundensatz und der fertige Satz fällt im Stundensatz-Kalkulator für Lohnunternehmer.
Und wer als einer der ersten Zugang zur Hofwerk-Plattform für Lohnunternehmer bekommen möchte: auf die Warteliste.