Schnellantwort
Für Lohndrusch zahlen Landwirte 2026 meist 100 bis 160 Euro je Hektar Getreide. Ein Drittel liegt bei 100 bis 130 Euro, ein weiteres knappes Drittel bei 130 bis 160 Euro. Fahrer ist im Preis, Diesel und Mehrwertsteuer kommen oft noch dazu. Raps und Körnermais liegen darüber.
Was kostet Mähdreschen pro Hektar 2026?
Die beste Datengrundlage liefert eine große Umfrage von agrarheute mit über 14.500 Stimmen. Sie zeigt klar, in welcher Spanne sich der Lohndrusch bewegt:
- Unter 70 Euro je Hektar: 10 Prozent der Betriebe
- 70 bis 100 Euro: 12 Prozent
- 100 bis 130 Euro: 33 Prozent — die größte Gruppe
- 130 bis 160 Euro: 29 Prozent
- Über 160 Euro: 16 Prozent
Zwei Drittel aller Landwirte zahlen also zwischen 100 und 160 Euro je Hektar. Das ist der Korridor, an dem man sich orientieren kann. Wichtig: Diese Preise gelten für Getreide, mit Fahrer, aber meist ohne Diesel und ohne Mehrwertsteuer. Wer Angebote vergleicht, muss genau hinsehen, was drin ist.
Die Spanne ist groß, weil der Preis von vielen Dingen abhängt. Eine 30-Hektar-Schlaggröße in der Börde lässt sich ganz anders kalkulieren als drei verstreute Hektar am Hang. Mehr dazu weiter unten.
Ein zweiter Blick lohnt auf die Region. In Gegenden mit vielen großen Schlägen drücken die Anbieter sich gegenseitig im Preis, weil die Maschinen gut ausgelastet sind. In kleinstrukturierten Mittelgebirgslagen ist Lohndrusch dagegen knapper und teurer, weil weniger Lohnunternehmer fahren und die Flächen mehr Zeit fressen. Wer einen Preis hört, sollte ihn also immer im Verhältnis zur eigenen Schlagstruktur sehen.
Was kostet Lohndrusch für Raps und Mais?
Getreide ist der Standardfall. Für andere Kulturen gelten Aufschläge, weil das Schneidwerk teurer ist oder die Maschine langsamer arbeitet.
| Kultur | Richtwert je Hektar | Hinweis |
|---|---|---|
| Getreide (Weizen, Gerste) | 100 bis 160 Euro | Standardfall, häufigste Spanne |
| Raps | etwa 130 bis 175 Euro | Rapstisch-Aufpreis, mehr Verlustgefahr |
| Körnermais | etwa 140 bis 190 Euro | Maispflücker nötig, hoher Durchsatz |
| CCM (Corn-Cob-Mix) | ähnlich Körnermais | je nach Feuchte und Technik |
Diese Werte sind Richtwerte aus regionalen Verrechnungssätzen und Praxisangaben — keine festen Tarife. Maschinenringe nennen zum Beispiel rund 138 Euro je Hektar für Weizen und Raps und rund 145 Euro für Körnermais. Je nach Region, Jahr und Auslastung weicht das ab.
Raps kostet mehr, weil das Rapsschneidwerk länger ist und die Schoten leicht aufplatzen — sauberes Arbeiten braucht Zeit. Bei Raps fährt man zudem oft mit Seitenmesser, das den Druschtisch verbreitert und mehr Verschleiß bringt. Körnermais verlangt einen eigenen Pflücker und oft eine zweite Trocknung, was den Preis nach oben treibt. Der Pflücker ist ein teures Anbaugerät, das nur wenige Tage im Jahr läuft — diese Kosten landen im Hektarpreis. Wer Mais häckseln statt dreschen lässt, ist ohnehin im anderen Verfahren — die Sätze dafür stehen im Beitrag zum Häcksler-Stundensatz für Mais.
Welche Aufpreise kommen zum Grundpreis dazu?
Der reine Druschpreis ist selten der Endpreis. Diese Posten kommen häufig obendrauf:
- Strohhäckseln und Verteilen: etwa 15 bis 20 Euro je Hektar. Wer das Stroh in Schwad legt und selbst bergen lässt, spart diesen Aufpreis.
- Dieselzuschlag: je nach Vertrag pauschal oder als Preisgleitklausel. Ein Praxisbeispiel: 140 Euro Grundpreis plus 17,50 Euro Dieselzuschlag je Hektar.
- Lagergetreide und Hangflächen: Aufschlag, weil die Maschine langsamer fahren muss und der Durchsatz sinkt.
- Korntransport zum Hof: wird oft getrennt nach Tonne oder Stunde abgerechnet, nicht im Hektarpreis.
- Ertragskartierung oder feuchteabhängige Abrechnung: kostet extra, wenn der Mähdrescher die Daten liefert.
Vor allem der Dieselzuschlag ist 2026 ein Reizthema. Der Spritpreis schwankt stark, und ein Lohnunternehmer kann ihn nicht über die ganze Saison verschenken. Wie eine faire Preisgleitformel aussieht und wann sie greift, steht im Beitrag zum Dieselzuschlag und der Preisgleitformel.
Wichtig ist, diese Aufpreise vorher schriftlich zu klären. Ein Landwirt, der nur den Grundpreis im Kopf hat, ärgert sich über jede Position auf der Rechnung, die er nicht erwartet hat. Steht dagegen vor der Ernte schwarz auf weiß, dass Häckseln und Diesel extra sind, gibt es hinterher keinen Streit. Eine saubere Auftragsbestätigung schafft hier Klarheit für beide Seiten.
Warum ist Lohndrusch so teuer geworden?
Viele Landwirte erinnern sich an Hektarpreise unter 100 Euro. Dass es heute deutlich mehr ist, hat handfeste Gründe. Über die letzten zehn Jahre sind die Kosten kräftig gestiegen:
- Diesel: rund 100 Prozent teurer.
- Maschinenpreis: mindestens 50 Prozent teurer.
- Lohnniveau: mindestens 25 Prozent höher.
Ein moderner Mähdrescher kostet schnell rund 280.000 Euro und verbraucht etwa 44 Liter Diesel je Stunde. Allein die Fixkosten der Maschine liegen bei über 250 Euro je Betriebsstunde. Bei einer Flächenleistung von rund zwei Hektar je Stunde landet man rechnerisch bei 126 bis 164 Euro je Hektar — und genau in dieser Spanne liegen die Marktpreise auch.
Das zeigt: Der Lohnunternehmer verdient an diesen Preisen kein Vermögen. Er deckt seine Kosten und ein Stück Risiko für Wetter und Ausfall. Dazu kommt die kurze Saison: Ein Mähdrescher läuft oft nur wenige Wochen im Jahr. In dieser Zeit muss er die Fixkosten von zwölf Monaten einfahren. Regnet es zur Ernte, fehlen Einsatztage — und der Druck auf den Hektarpreis steigt. Wie sich so ein Preis im Detail zusammensetzt, rechnet der Beitrag zur Mähdrescher-Stundensatz-Kalkulation Schritt für Schritt vor.
Wovon hängt der Lohndrusch-Preis im Einzelfall ab?
Der Hektarpreis ist kein fester Tarif. Er hängt stark vom Auftrag ab. Diese Punkte verschieben den Preis am meisten:
- Schlaggröße: Große, zusammenhängende Flächen sind günstig. Auf kleinen, verstreuten Schlägen verliert die Maschine viel Zeit beim Wenden und Umsetzen — das treibt den Preis.
- Ertragsniveau: Mehr Ertrag heißt langsamerer Drusch, aber auch besser ausgelastete Maschine. Hohe Erträge können den Hektarpreis leicht erhöhen.
- Hangneigung: Steile Lagen brauchen Hangausgleich und mehr Vorsicht. Aufschlag üblich.
- Strohmanagement: Häckseln kostet extra, Schwad legen ist günstiger.
- Logistik: Abbunkern während der Fahrt spart Zeit gegenüber dem Halten am Feldrand.
- Feuchte und Witterung: Nasses oder lagerndes Getreide drückt den Durchsatz und erhöht den Preis.
Genau wegen dieser Streuung ist die reine Hektar-Abrechnung umstritten. Fachleute weisen darauf hin, dass ein fairer Hektarpreis auf einem kleinen, ertragsarmen Schlag den Lohnunternehmer benachteiligt — und auf einem großen, ertragsstarken Schlag den Landwirt. Ob Hektarsatz oder Stundensatz die bessere Grundlage ist, vergleicht der Beitrag zu Hektarsatz und Stundensatz.
Lohndrusch oder eigener Mähdrescher — was rechnet sich?
Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe ist Lohndrusch klar günstiger als ein eigener Mähdrescher. Die Rechnung ist einfach: Ein eigener Drescher kostet auch dann Geld, wenn er in der Halle steht. Abschreibung, Zinsen, Versicherung und Unterstellung laufen weiter.
Erst ab einer großen Eigenfläche — grob ab mehreren Hundert Hektar im Jahr — trägt sich die Anschaffung. Wer weniger drischt, fährt mit dem Lohnunternehmer oder dem Maschinenring besser. Eine ehrliche Gegenrechnung mit allen Kostenarten steht im Beitrag dazu, was ein Mähdrescher wirklich kostet.
Eine dritte Möglichkeit ist das Mieten für die eigene Ernte. Die Preise dafür und wann sich das lohnt, behandelt der Beitrag zu den Mähdrescher-Mietpreisen.
Kurz zusammengefasst
- Getreide-Lohndrusch kostet 2026 meist 100 bis 160 Euro je Hektar.
- Zwei Drittel der Landwirte liegen in dieser Spanne, ein Drittel bei 100 bis 130 Euro.
- Raps und Körnermais liegen höher, oft 130 bis 190 Euro je Hektar.
- Strohhäckseln kostet etwa 15 bis 20 Euro je Hektar extra.
- Dieselzuschlag oder Preisgleitklausel sind 2026 üblich.
- Der Preis hängt stark von Schlaggröße, Ertrag, Hang und Logistik ab.
- Für kleine und mittlere Betriebe ist Lohndrusch günstiger als ein eigener Mähdrescher.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt Richtwerte aus Umfragen, Fachpresse und regionalen Verrechnungssätzen. Konkrete Preise verhandelt jeder Betrieb einzeln. Die genannten Zahlen sind keine festen Tarife und ersetzen kein Angebot.
Lohndrusch-Preis sauber kalkulieren
Wer als Lohnunternehmer einen Hektarpreis für den Drusch ansetzt, braucht zuerst seinen echten Stundensatz. Sonst rät man nur. Die Grundlage dafür liefert der Stundensatz-Rechner für Lohnunternehmer — er rechnet Abschreibung, Diesel, Reparatur und Lohn auf die Stunde um. Aus diesem Stundensatz und der Flächenleistung wird dann ein belastbarer Hektarpreis.
Wer als einer der ersten Zugang zur Hofwerk-Plattform für Lohnunternehmer bekommen möchte: auf die Warteliste.